Olper Herzseminar 2013 - Chronische Herzinsuffizienz - Dr. Sauer, Dr. Müller, Dr. Diefenbach (St. Martinus Hospital), Dr. Rahmanian (UK Köln)

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Etwas verspätet eingetroffen, kann ich doch über einen Teil der gehörten Vorträge refereiren (und andere mitschreiben lassen). Ich begrenze mich auf die Highlights.

Inhaltsverzeichnis

Kalium haut ... um

Nahezu keine herzwirksame Medikation ist frei von Wirkungen auf Kalium und Niere. Wenn es dafür mal einen Fingerbeerenteststreifen gäbe wie für den Blutzucker, das Gerät könnte Leben retten !

CRT, biventrikulärer Herzschrittmacher

Zu diesem Teil, welches die beiden Hauptpumpen wieder gleichzeitig schlagen läßt (wo beim Trabbi die Nockenwelle gebrochen ist sozusagen), wurden schöne graphische Darstellungen angeboten, die sich nur beim Wiederanschauen richtig verstehen und genießen lassen. Ich füge hier demnächst etwas ein.

Engl. Review mit Bild 2003

Metatextbook Volldarstellung

AICD (Einbau-Defibrillator)

Dies ist ein alter Zopf und gehört in jedem Jahr dazu.

Metatextbook Volldarstellung

CCM Kardiale Kontraktilitätsmodulation Optimizer Gerät

Dieses Verfahren ist mir neu, ich habe noch nie etwas darüber gehört. Es ist in seiner Wirkung dem Patienten nicht erklärbar, weil es sich um ganz unverständliche elektrophysiologische Vorgänge handelt, bei denen man die Diskussion beim Nernst-Potential beginnen müßte.

Zeitschriftenartikel (Kollektion)
PubMed Frei ladbare englische Zeitschriftenartikel

Kunstherzen

Viele der Bilder haben wir so oder soähnlich gezeigt bekommen !

Verschiedene Kunstherzen (Photos im eng. Rev.

Metatextbook Volldarstellung

Herztransplantation

Weniger als eine Herztransplantation pro Tag (345) wird in Deutschland durchgeführt bei einer Warteliste von über 900 Patienten. Solange die Kunstherzen nicht dauerhaft arbeiten können, bleibt sie die letzte Hoffnung für 1/3 der hochselektierten Patienten, der Rest stirbt.

Metatextbook Volldarstellung

Publikumsdiskussionen

Neben einigen individuelleren Fragen zu konkreten Gegenständen, die der Einzelne bei sich oder seinem Nächsten sah, beeindruckte mich der Redebeitrag meines Banknachbarn zutiefst, welcher das Modell einer kostenlosen Ereignisversicherung für den Fall, daß ein Patient zum möglichen Organspender wird, vorschlug und in der bodenständigen Utilitaristik eines wertkonservativen Menschen nicht das geringste Verständnis dafür aufbringen konnte, daß ökonomische Anreize im Transplantationswesen zu tabuiseren seien.

Ich werde mich ein bißchen schlau machen und ggf. eine Petition an den Bundestag verfassen. Auf dem Heimweg fielen mir folgende Argumente ein:

  • Ein Spender (relativ komplett Herz, Lunge, Niere, Pankreas, Leber, Hornhaut) erhält sozusagen 50.000 Euro, das sind mickerige 25 Millionen bei 500 Donoren. Weniger ist sittenwidrig, denn die Lenkungswirkung soll sich nicht nur auf den ohnehin sozial Schwachen erstrecken.
  • Dadurch wird er nicht mehr lebendig, aber sein sofortiger Totalausfall (jede Arbeitslosigkeit ist gepuffert), die Notwendigkeit der Trauernden, sofort ins Erwerbsleben zurückzukehren, die Ausbildungsplanung für die Kinder usw. wird zwar nicht 1:1 ersetzt, aber die Gesellschaft sagt ihm: Du bist tugendhaft gewesen und hast dich zur Organspende entschieden, nun ist sind wir dankbar und zahlen es in konvertibler Währung zurück.
  • Ein Klinikum, welches es versäumt, einen möglichen Spender am Leben zu erhalten und ihn der Organtransplantation zuzuführen, wird den Angehörigen den juristisch sicheren Geldbetrag schulden - wie bewerten wir heute das Schmerzensgeld für die Nichtheranziehung zur Transplantation ?
  • Das Wirksamwerden der Versicherung soll an eine zuvor erfolgte selbstbestimmte Meinungsäußerung des Patienten gebunden sein, um last-minute Entscheidungen im Zustande der Nichteinwilligungsfähigkeit zu verhindern. Wenn er es nicht wollte, dann wollte er es sowenig wie er eine Unfallversicherung oder eine Lebensversicherung abschließen wollte. Andersherum hat nicht jeder das Geld frei für einen solchen Versicherungsschutz.
  • Solange eine Leichenentnahme als eine aus purer Liebe zum Menschen erduldete oder auch erwünschte, aber eigentlich scheußliche Prozedur aufgefaßt wird, bleibt ein großer Teil der Bevölkerung von dieser ausgeschlossen. Wenn selbst ein Arzt 20 Jahre zögert, sich ein oranges Kärtchen zwischen die Kredit- und Treuerabattkarten zu klemmen, ja was erwartet man vom einfachen Menschen ?

Ich finde, daß der Vorschlag von diesem Menschen, der eigentlich schon längst aus dem Alter heraus ist, daß man an der Weiterentwicklung der Gesellschaft und Medizin aktiv teilnehmen will, der absolut beste Gedanke ist, der mir in zwei Jahren Transplantationskatastrophe zu Ohren gekommen ist.

Den Tag der Organspende am 7. Juni gibt es weltweit, man ehrt die Spender und ihre Angehörigen und erklärt, was das ist.

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